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[Herausforderungen bei Panel-Diskussionen auf Konferenzen]

11
Okt 2019

Herausforderungen bei Panel-Diskussionen auf Konferenzen

Ingo Kamps ist quasi seit Stunde Null fester Bestandteil der Affiliate Conference. Dieses Jahr wird er wieder die Panel-Diskussion moderieren und erstmals auch einen Workshop halten. Wir haben mit ihm über seine Reise im Online Marketing und Panel-Diskussionen gesprochen.

Hallo Ingo, du bist ja schon ein fester Bestandteil der Affiliate Conference – stell dich doch trotzdem noch einmal kurz vor.

Aber natürlich, gerne. Mein Name ist Ingo Kamps und ich bin seit fast 15 Jahren CEO der cayada GmbH (www.cayada.com). Als Affiliate bin bereits seit vielen Jahren in verschiedenen Rollen tätig. In den letzten Jahren vor allem als Performance-Director der Contact Impact GmbH, die sich für die Performance-Vermarktung (Affiliate Marketing) des Media Impact-Inventars (Axel Springer SE) verantwortlich zeichnet und vor allem Display- und Retargeting-Kampagnen anbietet.

Zusätzlich berate ich verschiedene Unternehmen im Online- bzw. Performance-Marketing und doziere unter anderem an der Akademie der deutschen Medien und der Deutschen Presseakademie. Alles zusammen ergibt einen sehr abwechslungsreichen Tätigkeitsbereich.

Einige Bücher habe ich auch bereits geschrieben. Das Wichtigste ist wahrscheinlich „Performance Marketing“, das ich 2017 zusammen mit Daniel Schetter von Resolution Media im Springer Gabler-Verlag veröffentlicht habe und von noch dieses Jahr eine aktualisierte Fassung folgt. Darin nimmt auch das Affiliate Marketing einen breiten Raum ein.

Vor 20 Jahren startete deine Karriere im Online Marketing – kannst du diese „Reiseerfahrung“ in wenigen Sätzen zusammenfassen?

Ich hatte schon als Jugendlicher eine Affinität zur Datenfernübertragung und durfte dank meiner Eltern auch sehr früh ein Modem mein Eigen nennen – zumindest so lange, bis ich die heimische Telefonrechnung in vierstellige Höhen trieb. Dennoch war mein Berufsweg mit dem Aufkommen des Internets schon relativ vorgezeichnet. Die erste echte Online-Marketing Erfahrung sammelte ich dann im Studium im Rahmen meines Praxissemesters bei der Nintendo of Europe GmbH.

Der Einstieg in die Affiliate-Branche kam dann eher zufällig: Nach dem Aufsetzen einer kleinen Website mit einem Online-Shop-Verzeichnis (Cheap-Charlie) und einigen Tests mit Google Ads-Kampagnen (seinerzeit noch AdWords) merkte ich schnell, dass da ja tatsächlich was funktioniert. Ich wusste zu dem Moment allerdings noch nicht, dass es auch Stornos gibt und so hätte das alles auch schwer ins Auge gehen können. Glücklicherweise waren die Advertiser damals aber noch sehr kulant bei dem Thema.

Also habe ich die Website und Kampagnen zusammen mit einem Kollegen ausgebaut und wir avancierten zu einem der größten deutschen Publisher in den Jahren 2004 bis 2009. Dann hatte sich das Konzept aber langsam überlebt und es musste Ersatz her. So begannen wir mit Display-Kampagnen auf CPO-Basis für Advertiser (Post-View Advertising), was ich heutzutage immer noch mache. Als Contact Impact GmbH (www.contactimpact.de) vermarkten wir ausschließlich das Axel-Springer-Inventar auf Performance-Basis. Dank unserem Partnerunternehmen Axel Springer Teaser Ad GmbH (www.adup-tech.com) sind wird inzwischen auch in der Lage, native Anzeigenformate performant umzusetzen.

Man spürt und sieht, dass immer noch dein Feuer für die Branche brennt – woran denkst du liegt das? Was macht die Branche so interessant?

Mir liegt die Branche vor allem deshalb so am Herzen, da ich so viele außergewöhnliche Leute kennenlernen durfte, von denen einige echte Freunde geworden sind. Es spielt aber natürlich auch eine Rolle, dass ich quasi seit Anfang an dabei bin und die Anfangsjahre auch noch als erfolgreicher Affiliate erleben konnte. Es war alles so neu und so frisch und so aufregend, es herrschte überall Aufbruchstimmung – bei den Netzwerken, Advertisern, Agenturen und Affiliates – jeder kannte jeden und für alle ging es aufwärts. Der Gründer von zanox (heute AWIN) Thomas Hessler hat seinerzeit auf den allerersten Events noch selbst die Schnittchen gereicht. Das Erlebnis – etwas ganz neu Entstehendes so hautnah begleiten zu dürfen – hat mein Leben stark geprägt. Auch deshalb brennt das Feuer noch bis heute.

Du moderierst wieder die Panel-Diskussion zum Thema „Trends im Affiliate Marketing“. Welche Themen werden deiner Meinung nach 2020 der Trend sein?

Leider werden auch 2020 auch weiterhin Tracking, Datenschutz und Cookie-Regulierungen von Browsern Hochkonjunktur haben. Aber es wird auch spannend sein zu beobachten, wie sich das größte Affiliate-Netzwerk aufstellen wird, wenn der Migrationsprozess dann mal an sein Ende gelangt ist.

Außerdem lässt es sich nicht von der Hand weisen, dass Influencer Marketing momentan ein heißes Thema ist. Exemplarisch sehe ich das auch beim Performance Marketing-Buch, dessen Kapitel sich auf der Website des Springer Shops (https://www.springer.com/de/shop) auch einzeln herunterladen lassen. Das Influencer Marketing-Kapitel wird mit Abstand – und ich meine mit Abstand – am häufigsten angesehen. Deshalb wird der Influencer-Teil in der 2. Auflage auch deutlich aufgebohrt. Wie lange der Hype anhalten wird, lässt sich nicht sagen, aber es wird auf jeden Fall noch einen Reifeprozess brauchen, damit sich die Disziplin langfristig etabliert.

Welche Themen sind für dich DIE Dauerbrenner schlecht hin über die bei Konferenzen etc. gesprochen wird? Bei welchen hat sich hierbei in der Praxis am meisten bewegt?

Es gibt einige Dauerbrenner, die auf Affiliate-Konferenzen immer wieder zur Sprache kommen: Cookie-freies Tracking, Multichannel-Tracking (Customer Journey), Cross-Device-Tracking, Vor- und Nachteile von PostView-Tracking, die Gutscheinproblematik, die AWIN-Migration etc. Diese Themen sind allgegenwärtig oder kommen zumindest in Wellen immer wieder zum Vorschein. Am meisten bewegt sich aktuell vor allem beim Tracking, denn es ist die Basis von allem und ohne ein funktionierendes und rechtskonformes Tracking steht die komplette Existenz des Affiliate Marketing auf dem Spiel. Es macht also Sinn, dass hier die meisten Ressourcen aufgewendet werden.

Was gefällt dir am Moderieren von Panels besonders gut und was sind hier die Herausforderungen?

Die Herausforderung liegt darin, eine echte Diskussion zwischen den Teilnehmern zu initiieren und sie nicht ihre jeweiligen Standpunkte aufsagen zu lassen. Dazu muss das Thema allerdings so kontrovers sein, dass die Diskutanten auch tatsächlich unterschiedliche Meinungen haben und artikulieren. Bei der Affiliate Conference 2018 ist uns das sehr gut gelungen und ich hoffe, dass es dieses Jahr – mit einem veränderten Konzept – wieder so sein wird.

Was ist das Besondere für dich an der Affiliate Conference?

Auf übergreifenden Online-Marketing-Konferenzen nimmt das Affiliate Marketing häufig nur – und wenn überhaupt – einen sehr kleinen Raum ein. Das halte ich zwar für einen Fehler, aber anscheinend sind Themen wie SEO, SEA oder Content Marketing für die meisten Konferenzbesucher leichter greifbar und versprechen ihnen Quick-Wins (die sich anschließend allerdings oft nicht einstellen). Die Affiliate Conference setzt hingegen konsequent auf den Affiliate-Kanal. Dadurch wird sichergestellt, dass alle Vorträge für das Publikum relevant und sich passende Networking-Partner auf der Veranstaltung aufhalten. Dazu kommt die inzwischen schon legendäre Affiliate NetworkxX-Abendveranstaltung im Airbräu. Zusammen ergibt das einfach eine runde Sache.

Für mich persönlich ist natürlich zusätzlich noch eine Ehre, dass ich auf allen bisherigen Affiliate Conferences als Speaker oder eben Panel-Moderator dabei gewesen zu sein. Neben Markus bin ich der Einzige – glaube ich.

Vielen Dank!

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