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[Instagram und Pinterest als Umsatztreiber im Affiliate-Marketing – Interview mit Ingo Kamps]

Instagram und Pinterest als Umsatztreiber im Affiliate-Marketing – Interview mit Ingo Kamps

ingo-kampsAm 11. November präsentiert Ingo Kamps (Drillisch Telecom GmbH) auf der Affiliate Conference 2015 einen Vortrag zum Thema „New Platforms wie Instagram und Pinterest als Umsatztreiber im Affiliate-Marketing“. Wir haben hierzu vorab ein Interview mit ihm geführt.

Bitte stelle Dich doch zu Beginn den Teilnehmern der Affiliate Conference kurz vor, wer Du bist und was Du machst.

Ingo Kamps: Mittlerweile blicke ich auf 16 bewegte Jahre im Online-Marketing zurück, in denen ich verschiedene Bereiche und Kanäle bearbeitet habe. Angefangen hat alles mit klassischem Affiliate Marketing, aus dem heraus im Jahr 2004 mein Unternehmen cayada GmbH entstanden ist. Auch wenn Affiliate Marketing aktuell nicht vollständig in meinem Fokus liegt, lässt mich das Thema natürlich nie mehr los und so bin ich u. a. auch als Dozent für Affiliate- und Mobile Marketing an der Bayerischen Akademie für Werbung und Marketing e. V. tätig.

Im Jahr 2014 übernahm die Drillisch Online AG (seinerzeit noch als eteleon AG) große Teile der Online-Assets meines Unternehmens und mich in dem Sinne gleich mit. Persönlich dominieren deshalb aktuell Themen wie Business Intelligence, Programmatic Advertising und vor allem Mobile Marketing meinen Alltag. Das erste von mir veröffentlichte Buch trägt daher auch den Titel „Einstieg in erfolgreiches Mobile Marketing“.

Bei der Affiliate Conference durfte ich bereits seit der ersten Ausgabe mit an Bord sein und habe im letzten Jahr zusammen mit Romy Habelt zum Thema Mobile Affiliate Marketing gesprochen. Mobile wird es auch in diesem Jahr bleiben – denn dieses Mal widme ich mich Instagram und Pinterest.

Du präsentierst auf der Affiliate Conference einen Vortrag zum Thema „New Platforms wie Instagram oder Pinterest als Umsatztreiber im Affiliate-Marketing“. Welchen Einfluss werden deiner Meinung nach zukünftig neue Social-Media-Plattformen auf den Affiliate-Kanal haben?

Ingo Kamps: Die Zeit – die Online-Nutzer in sozialen Netzwerken verbringen – steigt immer weiter an. Warum sonst sollten selbst altehrwürdige Unternehmen wie der SPIEGEL Verlag damit beginnen, Inhalte direkt bei Facebook einzustellen? Die mobile Online-Nutzung steigt und steigt, aber Mobile findet zu mehr als 80% in Apps statt. Und welche Apps gehören zu den erfolgreichsten in den jeweiligen App Stores? Social Networks! Und welche Netzwerke verfügen über das höchste Wachstum? Instagram und Pinterest.

Das Muster dürfte damit klar sein, es gibt eine klare Korrelation zwischen steigender Smartphone- und Social Network-Nutzung. Affiliate Marketing kann sich daher gar nicht abkoppeln, denn es muss da sein, wo die Nutzer sind. Bezogen auf die Ausgangsfrage lässt sich attestieren, dass der Einfluss sozialer Netzwerke auf das Affiliate Marketing zukünftig noch steigen wird. Produkte werden in immer stärkerem Maße entdeckt und soziale Netzwerke bilden dabei die Discovery-Plattformen. Das ist auch der große Unterschied zu Google, wo die Nutzer ihre Bedürfnisse im Vorfeld kennen.

Welche Reichweite haben denn Instagram und Pinterest bereits in Deutschland?

Ingo Kamps: Weltweit liegt die Reichweite von Instagram inzwischen bei über 400 Millionen Nutzern, ein Plus von 25% in nur neun Monaten. 1,4% der Nutzer kommen dabei aus Deutschland, so dass wir über knapp 5,6 Millionen Menschen reden. Auch Pinterest konnte in letzter Zeit enorm zulegen und hat hierzulande inzwischen knapp 4 Millionen registrierte Nutzer. Beide Netzwerke verfügen aktuell über Wachstumsraten, von denen ein Facebook nur träumen kann.

Gibt es denn bereits erste Erfolgsbeispiele, wie man als Publisher mit Instagram und Pinterest seinen Kanal monetarisieren kann?

Ingo Kamps: Ja, die gibt es. Um das Prinzip zu verstehen, müssen trotzdem zunächst auf die technischen Hürden der beiden Plattformen hingewiesen werden. Affiliate Marketing basiert auf Links und diese sind vor allem bei Instagram nicht wirklich einsetzbar. Es werden daher zum Teil Workarounds über externe Anbieter benötigt, auf die ich dann in meinem Vortrag am 11.11. detailliert zu sprechen komme.

Bei Pinterest liegt die Sachlage noch etwas anders. In der Vergangenheit konnten dort Pins sehr leicht mit Affiliate-Links versehen werden, bis das Netzwerk dieser Vorgehensweise im Februar dieses Jahres einen Riegel vorgeschoben hat. Jetzt ist die Sache etwas komplizierter.

Außerdem muss gesagt werden, dass längst nicht alle Themen zu den beiden sozialen Netzwerken passen. Gut geeignet sind vor allem Retail-Segmente mit stark-visuellem Einfluss wie Mode, Beauty, Wohnen etc., dazu stark emotionalisierende Bereiche wie Dating und „Geld verdienen im Internet“. Ich werde mich auf der Affiliate Conference primär auf die erstgenannten Themen konzentrieren.

Wie wird sich das Affiliate-Marketing allgemein in den nächsten Jahren wandeln?

Ingo Kamps: Es gibt einige Trends, die unumkehrbar sind und das Affiliate Marketing der Zukunft massiv beeinflussen werden. Dazu gehört zum einen Teil natürlich Mobile, dessen Reichweite die ihres Desktop-Pendants in sich aufsaugt. Sterben wird der Desktop allerdings auch nicht und so muss man sich dem Thema Cross-Device-Tracking stellen. Kaufprozesse finden nachweisbar immer häufiger über verschiedene Endgeräte statt und da darf das Affiliate Marketing nicht am Spielfeldrand stehen und den Kopf einziehen. Zuverlässiges Tracking ist für eine CPA-getriebene Branche essentiell. Die technischen Hürden sind natürlich signifikant, aber zumindest scheint das zu zanox gehörende Netzwerk Affiliate Window zumindest schon mal einen Lösungsansatz zu haben. Ich bin aber sicher, dass auch andere Netzwerke wie affilinet hier sehr stark forschen.

Adblocker können ebenfalls zu einer noch größeren Bedrohung für den Kanal avancieren, als sie es jetzt schon tun. Der einfache Einsatz unter iOS 9 zeigt exemplarisch, dass Adblocker nicht mehr einfach so verschwinden werden. Ich kenne keine aktuellen Verlustzahlen fürs Affiliate Marketing, aber es wird sie geben. Auch darauf braucht es Antworten.

Siehst Du doch weitere Trends für die Affiliate-Branche?

Ingo Kamps: Datengetriebene Modelle werden im Affiliate Marketing eine dezidierte Rolle einnehmen, auch wenn der wirkliche Durchbruch noch einige Zeit brauchen wird. Von der Multichannel-Attribution wird zwar schon seit Jahren geredet, wirklich durchgesetzt hat sie sich bisher allerdings noch nicht. Dennoch wird an ihr in Zukunft kein Weg vorbeigehen, denn die Aussagekraft der Last Cookie-Fixierung kommt bei immer komplexeren Customer Journeys einfach zwangsweise an ihr Ende.

Welche Tipps kannst Du Advertisern geben, um für die Zukunft gut gerüstet zu sein?

Ingo Kamps: Advertiser müssen dahin gehen, wo ihre Kunden sind. Und ihre Kunden sind in sozialen Netzwerken und die nutzen sie in der Regel mobil. Multichannel-Tracking muss schnellstens zum Standard werden, denn sonst werden fast nur noch diejenigen Publisher-Modelle Erfolg haben können, die am Ende der Customer Journey ansetzen und versuchen ihr Cookie am Ende der Kaufkette zu platzieren. Das kann auf die Dauer nicht gesund sein und lässt den kompletten oberen Bereich des Sales-Funnels unberücksichtigt. Ansonsten muss das Tracking auf mobilen Websites und in Apps endlich überall fehlerfrei implementiert werden, um Publishern die Möglichkeit zu geben, den immer stärker wachsenden Mobile-Traffic zu monetarisieren.

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