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[Relevante mobile Affiliate-Umsätze werden im Bereich App Installs und In-App-Verkäufe generiert – Interview mit Ingo Kamps]

Relevante mobile Affiliate-Umsätze werden im Bereich App Installs und In-App-Verkäufe generiert – Interview mit Ingo Kamps

ingo_kampsZusammen mit Romy Habelt präsentiert Ingo Kamps von eteleon (u. a. bekannt durch die Mobilfunkmarke DeutschlandSIM) auf der Affiliate Conference einen Vortrag zum Thema „Der Weg zum erfolgreichen Mobile Advertiser“.

Im Vorfeld haben wir hierzu ein Interview mit Ingo geführt, um mit ihm über die Entwicklungen im Mobile-Markt zu sprechen.

Conference-Team: Das Thema Mobile in Verbindung mit Online- bzw. Affiliate-Marketing ist ja seit Jahren auf Konferenzen ein Trend-Thema. Doch mittlerweile werden die Traffic- und Umsatzanteile über mobile Endgeräte immer größer. Wird aus dem Trend-Thema so langsam ein Umsatz-Thema?

Ingo Kamps: Nun, Mobile ist schon lange ein Umsatzthema, aber eben noch anders, als wir es aus dem traditionellen Affiliate Marketing gewohnt sind. Das klassische Schema „Affiliate bindet Werbemittel in seine Seite ein, Nutzer klickt auf das Werbemittel und löst anschließend beim Advertiser eine Transaktion aus“ findet auf mobilen Geräten in diesem Umfang noch nicht statt.

Dafür gibt es verschiedene Gründe: Auf Desktop-PCs wird das Web genutzt, das alle technischen Gegebenheiten fürs Affiliate Marketing bietet. Mobile Internet-Nutzung findet hingegen größtenteils innerhalb von Apps statt und das bringt technische Hürden mit sich. Fehlendes Cookie-Tracking ist nur eine davon. Hinzu kommt, dass Deep-Linking bei Apps bis vor kurzem noch gar nicht möglich war. Und Links sind nun mal der Schmierstoff des Affiliate Marketings. Diese Zeit ohne App-Deeplinking neigt sich zwar dem Ende zu, dennoch wird es noch einige Zeit dauern, bis die technischen Gegebenheiten voll verfügbar sind. Erst dann wird es ganz normal sein, Traffic mit anschließenden Transaktionen in Apps zu schicken und die klassischen Affiliate-Schemata wieder greifen zu lassen.

Ein weiterer Grund für die geringeren Umsätze ist die aktuell noch niedrigere Conversion Rate auf Smartphones und Tablets. Diese Diskrepanz zwischen Mobile- und Desktop-Conversion ist allerdings ebenfalls nicht in Stein gemeißelt und man kann mitnichten sagen, dass Mobile ein schwächerer Vertriebskanal ist als Laptops und Desktop-PCs. Wir befinden uns immer noch in einer Transitionsphase bei der Ausführung von Internet-Suchen und der allgemeinen Geräte-Interaktion. Um es anders auszudrücken – es fehlt noch an mobiler Nutzererfahrung. Sobald diese Nutzererfahrung für Produkt-Suchen auf Smartphones genauso gut oder besser funktioniert als auf Desktop-Rechnern, wird die Conversion Rate ganz automatisch mit nach oben gezogen.

Dennoch werden Mobile schon jetzt signifikante Umsätze gemacht. Diese erreichen bei eteleon schon zweistellige Prozentwerte. Selbst im Affiliate-Bereich passiert durchaus schon was, wenn auch auf niedrigerer Prozentstufe. Wir haben vor einiger Zeit eine Mobile-Offensive gestartet, die unsere Websites und auch das Affiliate Programm noch dieses Jahr voll mobilfähig macht.

Möchte man jedoch die aktuell wirklich relevanten Mobile Affiliate Marketing-Umsätze finden, muss der Blick primär auf den Bereich App Installs und In-App-Verkäufe gerichtet werden. Hier gibt es bereits zahlreiche erfolgreiche Geschäftsmodelle und ich darf verraten, dass wir mit unserer Mobile Ventures GmbH und dazugehörigen Partnern in diesem Segment schon relativ gut unterwegs sind.

Conference-Team: Trotz der zunehmenden Bedeutung von Mobile-Marketing wird von vielen Advertisern das Thema immer noch nicht richtig wahrgenommen. Woran liegt das Deiner Meinung nach?

Ingo Kamps: Hier spielt natürlich immer noch eine gewisse Unsicherheit hinein, wie man sich dem Thema nähern soll. Mobile funktioniert anders und immer noch relativ neu, das sorgt erstmal für Gehemmtheit. Apps benötigen andere Mechanismen, damit Traffic zu erzeugt oder bestehende Kunden zur Wiederkehr bewegt werden. Aus Emails werden plötzlich Push-Nachrichten. Mit diesen haben Advertiser die Möglichkeit, jederzeit und direkt mit einer Botschaft auf den Homescreen des Konsumenten zu kommen. Eine tolle, neue Chance, aber auch ein sehr sensibles Thema. Mit falsch angewendeten Push-Nachrichten kann deutlich mehr Schaden angerichtet werden als mit einer unbedachten Werbe-Email. Diese speziellen Kenntnisse sind in vielen Unternehmen noch unterrepräsentiert.

Die bereits erwähnte, geringere Conversion Rate und die noch bestehenden, technischen Hürden liefern vielen Protagonisten dann noch die Argumente, um das Thema endgültig auf die lange Bank zu schieben. Aber sie dürfen sich nicht täuschen lassen. Auch in ihrem Segment gibt es Mitbewerber, die das Thema konsequent angehen und sich jetzt einen Wissensvorsprung verschaffen, der sich später kaum noch aufholen lässt. Gerade weil das Thema so komplex ist.

Conference-Team: Welchen häufigen Fehler werden von Advertisern in der Zusammenarbeit mit Mobile-Affiliates aus Deiner Erfahrung gemacht?

Ingo Kamps: Mobile Affiliate-Publisher leiden aktuell darunter, dass ihnen von der Advertiser-Seite nicht das notwendige Handwerkzeug an die Hand gegeben wird. Das beginnt ganz vorne bei mangelhaften, mobilen Web-Präsenzen und geht weiter über fehlerhaft implementiertes Mobile Tracking – wenn es denn überhaupt schon ein Mobile Tracking gibt.

Dazu wird das Angebot an Werbemitteln für Smartphones und Tablets stiefmütterlich behandelt. Hier gibt es immer noch wahnsinnig viel Graswurzelarbeit zu leisten, bevor man sich an die höhere Kunst des Mobile Affiliate Marketings begeben kann. Ich will gar nicht behaupten, dass wir selbst bereits den kompletten Weg gegangen sind. Aber wenigstens wurde die notwendige Strategie abgesteckt und wird momentan konsequent umgesetzt. Damit dürften wir gut im Zeitplan liegen.

Um sehen zu können, wie es insgesamt besser geht, hilft erneut ein Blick auf den App Install-Bereich, für den Anbieter wie Mobpartner.com oder Tune ein sehr zuverlässiges Tracking-Ökosystem zur Verfügung stellen, das von vielen App Anbietern schon fleißig genutzt wird. Hier etablieren sich neue und erfolgreiche Publisher-Modelle.

Conference-Team: Wie geht nun der Weg weiter? Worauf muss man sich als Advertiser einstellen und welche Entwicklungen werden noch kommen?

Ingo Kamps: Intelligente Marketer haben schon vor Jahren verinnerlicht, dass sie unterschiedliche Landingpages für verschiedene Aktionen benötigen. Nun müssen sie lernen, dass sie verschiedene Landingpages für verschiedene Gerätetypen brauchen. Smartphones mit kleinen Displays brauchen einfachere Landingpages als Smartphones mit größeren Displays oder gar Tablets. Selbst Smartwatches werden eine Rolle spielen und nochmal ganz eigene Gesetze mitbringen.

Advertiser müssen Bedienkonzepte für ihre mobilen Präsenzen entwickeln, die der Bedienung mit Maus und Tastatur in nichts nachsteht oder – besser – diese noch überflügelt. Dann werden die Nutzer auch noch mehr mobil kaufen. Dass sich die Internet-Nutzung sich von Desktop-PCs auf Smartphones verlagert, lässt sich in jeder U-Bahn sehen und in jeder Website-Statistik ablesen. Dieser Prozess wird so weitergehen und mit der passenden Nutzererfahrung wird der mCommerce in gleichen Umfang nachziehen. Wieso sollte er auch nicht?

Die anderen Entwicklungen wurden ja bereits genannt. App Deep-Linking ist mit Sicherheit eins der heißesten Themen der kommenden Monate und wird richtig Schwung in die Sache bringen. Hier gilt es sich einfach gut aufzustellen bzw. die eigene App technisch auf dem neuesten Stand zu halten. Zusätzlich müssen App Anbieter den Einsatz von Push-Nachrichten verstehen und gekonnt einsetzen, die Möglichkeiten von In-App-Verkäufen evaluieren und einiges mehr.

Unter dem Strich lässt sich sagen, dass der mobile Vertriebskanal aufgrund seiner Komplexität wirkliche Spezialisten erfordert, die sich mit der Materie auskennen und neue Entwicklungen frühzeitig antizipieren können.

Conference-Team: Wie kann man als Affiliate von der mobilen Entwicklung profitieren? Liegen Dir hierzu bestimmte Erfolgsbeispiele vor?

Ingo Kamps: Momentan ist man als Publisher wahrscheinlich im App Install-Segment am besten aufgehoben, wenn man ins Mobile Affiliate Marketing einsteigen möchte. Das heißt aber nicht, dass es nicht schon sehr erfolgreiche Affiliate-Modelle alter Couleur gibt, die den Sprung in die mobile Welt geschafft haben.

Die Urlaubspiraten bieten ihr Geschäftsmodell mit der Zusammenstellung von Reise-Deals sehr erfolgreich in Form einer mobilen Website und App an. Alleine die Android App kommt auf mehrere Hunderttausend Downloads. Da die Macher momentan noch auf die Websites der Reiseveranstalter verlinken (müssen), hängt die Conversion Rate natürlich sehr stark von deren mobilen Präsenzen ab. Sobald Mobile-Deeplinking komplett zur Verfügung steht, wird hier neuer Auftrieb kommen.

Das gleiche gilt für Gutschein-Websites, von denen bereits diverse Anbieter mit einer eigenen App in den verschiedenen App Stores vertreten sind. In diesem Segment gibt es sogar noch die spannende Möglichkeit, das bekannten Online-Gutschein-Modell durch Offline-Gutscheine zu ergänzen und somit das eigene Geschäftsfeld zu erweitern. Ansonsten gibt es Geschenke-Apps, Blumen-Apps, Mobilfunkvergleichs-Apps und natürlich App Verzeichnisse (siehe App-Install-Segment)… Es ist schon einiges da. Aber es gibt eben auch noch genügend Lücken, die sich besetzen lassen.

Conference-Team: Vielen Dank für das spannende Interview und wir freuen uns schon auf Deinen Vortrag auf der Affiliate Conference 2014.