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[Trends im Affiliate Marketing – Interview mit Sebastian Atanassov]

30
Aug 2018

Trends im Affiliate Marketing – Interview mit Sebastian Atanassov

In der großen Panel-Diskussion diskutieren Vertreter der Affiliate-Netzwerke, Affiliates, Merchants und Agenturen über die neuesten Trends und Entwicklungen der Affiliate-Branche. Wie muss sich die Branche weiterentwickeln und welche Veränderungen führen zu weiterem Wachstum der Branche? Als zweiten Teil unserer Interview-Reihe folgt hier unser Gespräch mit dem ersten Panel-Teilnehmer: Sebastian Atanassov.

Hallo Sebastian, du bist dieses Jahr als Panelmitglied auf der Affiliate Conference dabei und diskutierst zum Thema „Trends im Affiliate Marketing“. Kannst du dich unseren Lesern, die dich noch nicht kennen, kurz vorstellen?

Gerne. 🙂 Nach meinem Masterstudium zog ich 2012 von London nach Berlin und begann dann meine Aufgabe bei Shoop (ehemals Qipu). Zusammen mit meinem ehemaligen Kollegen bauten wir den Vertrieb auf und kümmerten uns um die Geschäftsfeldentwicklung im B2B Bereich des Unternehmens. Mit der Unterstützung einer Handvoll Kollegen haben wir es geschafft, dass Shoop heute mit 900.000 Nutzern und über 2.000 angebundenen Partnern (davon ¾ der 100 umsatzstärksten E-Commerce Unternehmen Deutschlands) bundesweit das größte Cashback Loyalty Portal ist. Heute leite ich den Bereich Business- & Partner Development bestehend aus einem vierköpfigen Team.

Wie bist du zum Affiliate Marketing gekommen?

Ich habe mich bereits während meiner Studienzeit für das Thema Digitalwirtschaft stark interessiert und es war mir bereits früh klar, dass ich in diesem Bereich tätig sein möchte. Ein Studium in London ist teuer,  also begann ich mich mit dem Thema intensiver zu befassen und nutzte zunächst die bekannten Marktplätze um div. Artikel zu verkaufen. Später dann erstellte ich meinen persönlichen Blog und auf der Suche nach Monetarisierungspotenzialen führte kein Weg an Affiliate Marketing vorbei. So kam eins zum anderen…

Welche Trends oder Entwicklungen siehst du im Affiliate Marketing?

Die Branche hat sich in den letzten Jahren deutlich verändert: Datenschutz/E-Privacy-Verordnung, neue Trackingmöglichkeiten, Cross-Device-Tracking, Mobile Traffic oder Gerichtsurteile über den Einsatz von Adblockern und Restriktionen der Browseranbieter sind nur einige Entwicklungen die jeden Branchenteilnehmer vor teilweise extreme Herausforderungen stellen und m.M.n. auch zu einer Konsolidierung der Branche führen werden. Einige dieser Veränderungen sind gerade für kleinere Affilates Gift, aber auch bspw. Gutscheinseiten werden es in Zukunft noch schwerer haben.

Für die Zukunft sehe ich neben KI eindeutig die Social Media Kanäle weiterhin ganz weit vorne. Darüber hinaus bieten Conversational Systems wie Google Home, Amazon Echo, Siri oder Microsoft Cortana durch Voice Search noch nicht ausgeschöpftes Potenzial.

Wie können Publisher und Affiliates mit Trends mithalten?

Hinterfrage kontinuierlich dein Geschäftsmodell und analysiere kontinuierlich deine Kunden sowie den Wettbewerb. Viele Unternehmen in Deutschland verfügen klassischerweise über eine Risikomanagement-Abteilung, aber warum formuliert man es nicht (positiv) in Chancenmanagement-Abteilung um? Es geht mir hier nicht um eine Namensänderung oder eine Abteilung sondern um eine Änderung einer gesamten Unternehmenskultur, bei der Unsicherheiten ausgegliedert und Chancen gezielt wahrgenommen werden. Die Erfahrung hat mir gezeigt, dass viele Unternehmen dafür (leider!) nicht bereit sind. Das betrifft nicht nur Publisher sondern insbesondere die Advertiser/E-Commerce Unternehmen.

Welche Trends müssen Affiliates und Publisher unbedingt nachgehen?

Das hängt letztlich von vielen unterschiedlichen Faktoren (IT Ressourcen, Budget, Strategie, Unternehmensphase, etc.) ab und kann man daher pauschal nicht beantworten. Am Ende des Tages ist es auch eine Frage an die Advertiser inwiefern sie sich auf Neuerungsvorschläge eines Publishers einlassen.

Inwiefern sind die Trend-Vorhersagen des vergangenen Jahres deiner Meinung nach dieses Jahr eingetroffen? War unsere Sorge um die neue DSGVO-Verordnung berechtigt?

Die DSGVO-Verordnung stellt für mich einen exzessiven Datenschutz dar, der die Branche ausbremst und uns außerhalb der EU einen klaren Wettbewerbsnachteil verschafft (oder wann warst Du das letzte Mal auf der Website der L.A. Times?). Die Verordnung ist teilweise dermaßen realitätsfremd, dass gerade kleine und mittelständische Unternehmen die Forderungen gar nicht umsetzen können. Frage doch mal einen Handwerker oder Friseurmeister nach seinem Verarbeitungsverzeichnis nach Art. 30 DSGVO…Das ganze ist aktuell einfach nur ein willkommenes Geschenk für die Abmahnindustrie. Am schlimmsten daran ist, dass diejenigen die für diese Gesetze verantwortlich sind und über nichts wichtigeres als die digitale Zukunft unseres Kontinents entscheiden überhaupt keine Ahnung von der digitalen Realität haben. Hier zwei Beispiele:

  1. Věra Jourová, EU-Kommissarin für Justiz, Verbraucherschutz und Gleichstellung und maßgeblich an der DSGVO beteiligt im Interview mit der ZEIT: „Ich kenne mich auch nicht mit Technik aus, meine Kinder lachen mich deswegen sogar aus.“
  2. Axel Voss (CDU), maßgeblich beteiligt an der EU-Version des Leistungsschutzgesetztes im Interview mit netzpolitik.org: „Ich meine, kann denn bei Wikipedia jeder dort was hochladen?“

Ggf. ist es an der Zeit darüber nachzudenken einen Verband zu gründen, der die Interessen aller Marktteilnehmer unserer Branche vertritt…

Auf was freust du dich am Meisten bei der Affiliate Conference?

Auf das Wiedersehen mit vielen bekannten und Kennenlernen vieler neuer Gesichter! 🙂

Vielen Dank für das Interview. Bis zum 08. November in München!

 

 

 

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